Australische Frauen nutzen Cannabis bei Endometriose


In einer neuen Studie, die im Journal of Obstetrics Gynecology Canada veröffentlicht wurde, heißt es, dass eine von acht australischen Frauen mit Endometriose Cannabis für Freizeitzwecke zur Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen einsetzen.

Im Rahmen der Studie befragten die Forscher des NICM Health Research Institute, der Western Sydney University und des UNSW Sydney 484 australische Frauen mit Endometriose im Alter zwischen 18 und 45 Jahren. Dabei wollten die Forscher wissen, mit welchen Strategien sie die Symptome der Erkrankung in den Griff bekommen.

Australische Frauen nutzen verschiedene Mittel gegen ihre Beschwerden

Die Forscher stellten fest, dass mehr als drei Viertel der australischen Frauen mit Endometriose Selbstmanagementstrategien verfolgen. Darunter Strategien wie Atemtechniken, Yoga, Ernährungsumstellungen, Wärmeanwendungen und Cannabis. Die Frauen stuften Cannabis sogar als wirksamste Behandlung ein.

Die befragten Frauen erklärten, dass Cannabis nicht nur die Schmerzen lindern könne, sondern auch Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Schlafstörungen, Depressionsgefühle und Angstzustände. Weiter erklärten die Frauen, dass sie durch den Cannabiskonsum auch weniger Medikamente einnehmen mussten. Zu den Nebenwirkungen von Cannabis erklärten sie, dass diese mild ausfielen.

Endometriose: Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten reichen nicht aus

Neben chirurgischen Eingriffen umfassen die derzeitigen Behandlungen für Endometriose die Verwendung von oralen Kontrazeptiva oder Gestagenen sowie nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel. Diese können laut einem Bericht jedoch keine angemessene Schmerzkontrolle bieten oder Nebenwirkungen haben. Auch die Verordnung von Opioid-Analgetika gegen starke Schmerzen erfolgt häufig. Hier besteht jedoch die Gefahr von Abhängigkeit und Überdosierung.

„Cannabis hat in der antiken und wissenschaftlichen Literatur eine lange Tradition in Bezug auf verschiedene Erkrankungen wie Regelschmerzen. Bisher wurde Cannabis zur Behandlung der Endometriose nicht untersucht“, erklärte Justin Sinclair, leitender Autor der Studie.

Weiter erklärte er, dass frühere Forschungen gezeigt haben, dass bestimmte Verbindungen in Cannabis, die als Cannabinoide bekannt sind, eine analgetische und entzündungshemmende Wirkung haben können.

„Unsere Forschungen hatten zum Ziel, die Prävalenz, Verträglichkeit und die Wirksamkeit von Cannabis bei Frauen mit Endometriose zu bestimmen“, so Sinclair.

Obwohl die Studie vielversprechende Ergebnisse für die Verwendung von Cannabis zur Behandlung von Endometriose-Symptomen zeigte, warnte Sinclair, dass der Cannabiskonsum nicht ohne Risiko sei. Auch wenn die berichteten Nebenwirkungen gering ausfielen.

„Eine von zehn Frauen in der Studie, die Cannabis konsumierte, berichtete von unerwünschten Wirkungen wie Schläfrigkeit, schnellem Herzschlag oder erhöhter Angst“, erklärte Sinclair.

Australische Frauen nutzen Cannabis für Freizeitzwecke

Dr. Mike Amour, Chief Investigator der Studie des NICM Health Research Institute, erklärte, dass der illegale Cannabiskonsum bei den befragten Frauen sehr häufig vorkomme.

„Aufgrund des Zeitpunkts, zu dem die Umfrage durchgeführt wurde, hätten die meisten, wenn nicht alle Frauen in der Umfrage illegalen Cannabis konsumiert, da der Zugang zu medizinischem Cannabis in Australien noch in den Kinderschuhen steckt“, so Dr. Armour.

Weiter führte er aus, dass man keine Informationen über die verschiedenen Cannabissorten habe, die die Frauen konsumierten. Auch liegen keine Informationen darüber vor, was möglicherweise in dem Cannabis enthalten war. Die Qualität des Cannabis sei unklar.

„Weitere Forschung ist erforderlich, um die Wirksamkeit von qualitätskontrolliertem medizinischem Cannabis und Frauen mit Endometriose zu bewerten“, erklärte Dr. Amour abschließend.
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